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Bericht aus der RHEINPFALZ, Neustadter Ausgabe vom 30. November 2007
Winzerverein will "im Topsegment"
wachsen
2012er Edition Dr. Pioth
Riesling trocken - Kabinett Ein Wein aus vollreifen Trauben gekeltert, mit feinen Fruchtaromen Inhalt 750 ml
Preis:
4.95 €
(inkl. 19 % MwSt.)
Forst: Weinberge des ehemaligen Guts Dr.
Pioth gepachtet - 100.000 Flaschen kommen als Sonderlinie auf den Markt.
Der Forster Winzerverein hat seine
bewirtschaftete Fläche auf 120 Hektar erweitert. Hinzugekommen sind rund 13
Hektar des ehemaligen Weingutes Dr. Pioth. Die Weine von diesen Rebflächen
kommen in diesem Jahr erstmals auf den Markt: Es sind 100.000 Flaschen der
„Edition Dr. Pioth", berichtet Geschäftsführer Dietmar Bonn.
Die gepachteten Flächen werden von sieben
Mitgliedswinzern der Genossenschaft bewirtschaftet. „Es sind Superlagen",
schwärmt Bonn, unter anderem Forster Ungeheuer, Musenhang und Deidesheimer
Herrgottsacker. Ganz überwiegend wächst dort Riesling. Der Winzerverein hat
dafür auch seinen Keller mit Edelstahltanks etwas erweitert. Ein ehemaliger
Gaststättenkeller wurde dafür ausgeräumt, alte Fässer, die nicht mehr brauchbar
waren, entsorgt.
Das Weingut Dr. Pioth ist nach dem Chirurgen
Joseph Pioth benannt, der sich in den 30er Jahren einen großen Wunsch erfüllte,
indem er ein Forster Weingut kaufte und
einen eigenen Verwalter einsetzte. Später wurden die Weinberge an mehrere
Weinbaubetriebe verpachtet, bevor jetzt der Forster Winzerverein das Bewirtschaften
übernahm. Diesem kam das Wachstum gerade recht. „Wir wollten zulegen, aber im
Topsegment", informiert Dietmar Bonn. Die Nachfrage lässt ihn hoffen, dass die
Edition ankommt: Innerhalb von zwei Wochen wurden bereits 5000 Flaschen
verkauft.
Die Edition Dr. Pioth ist die zweite Sonderlinie des Forster
Winzervereins. Seit 1999 werden Weine von Flächen des Weingutes Mossbacherhof
an- und ausgebaut, um dann als Selektion mit deutlicher Ertragsreduzierung
vermarktet zu werden. Diese hat sich in den acht Jahren „sehr gut im Sortiment
etabliert", berichtet Bonn.
Mit der neuen Edition setzt der Winzerverein wie bisher auf
Privatkundschaft. 45 Prozent gehen an Gastronomie und Fachhandel. Insgesamt
verkauft der Winzerverein 1,2 Millionen Flaschen pro Jahr. Und zwar so
erfolgreich, dass jetzt nur noch Wein aus dem 2007er Jahrgang gefüllt wird. Die
Weine des Jahrgangs 2006 sind bereits verkauft. Über das Forster Weinkontor
wird Wein zugekauft. Im vergangenen Jahr waren dies zum Beispiel 200.000 Liter.
Mit der derzeitigen Größe des Winzervereins ist Dietmar Bonn
zufrieden; er hat weder Interesse daran, den Lebensmittelhandel zu beliefern,
noch sieht er Bedarf, mit anderen Genossenschaften zu fusionieren. Und in die
Zukunft sieht er zuversichtlich: „Unter unseren Mitgliedern sind auch junge
Vollerwerbswinzer". Zur Auszahlung an die Mitglieder nennt Bonn keine konkreten
Zahlen, erklärt aber, dass der Winzerverein damit „mit an der Spitze der
pfälzischen Winzergenossenschaften liegt".
Der Winzerverein beschäftigt acht Vollzeit- und
vier Teilzeit-Mitarbeiter sowie einen kaufmännischen Auszubildenden. „Der
Betrieb ist bei uns stark rationalisiert" sagt Bonn. Abfüllung und das
Einpacken der Flaschen laufen automatisch. Der Geschäftsführer: „So können wir
uns auf den Service am Kunden konzentrieren. Wir beraten ihn, räumen sein
Leergut aus dem Wagen, bringen die Flaschen wieder hin." Auf den Besuch von
Messen verzichten die Forster Winzer. Bonn: „Lieber fahre ich zu einem
wichtigen Kunden selbst hin und pflege den persönlichen Kontakt, das bringt
mehr." (ff)
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